Wappen - Landsmannschaft der Buchenlanddeutschen (Bukowina) e.V.

     

sod2

 


600 Jahre Czernowitz

600-Jahrfeier in Czernowitz

 

Vor dem Hintergrund einer historisch gestalteten Großwand des alten Ringplatzes gegenüber dem Rathaus zogen zahlreiche Musik- und Folkloregruppen - auch Gäste aus dem Ausland - vor der offiziellen Tribüne vorbei, aber auch Sportler, Studenten und andere Gruppen aus Industrie, Technik und Wirtschaft sowie Wissenschaft, Unterricht und Sozialbereichen. Die dreiteilige Großwand zeigte links eine der frühesten Kartengestaltungen von Czernowitz und Umgebung nach Prof. Raimund F. Kaindl, dann im Mittelstück die vergrößerte Urkunde Alexanders des Guten vom 8. Oktober 1408 mit Siegel (davor das Schewtschenko-Denkmal) und alten Stadtansichten darunter, und rechts Großaufnahmen von Czernowitz in der Gegenwart.

  

Freunde gefunden, Bukowina als Heimat begegnet

Bericht von der 600-Jahrfeier und dem landsmannschaftlichen Treffen im Deutschen Haus

 

Die meisten Mitglieder der Radautzer Liedertafel, die mit ihrem Gesang das Buchenländer Treffen im Deutschen Haus bereicherte, waren zu diesem Anlass erstmals nach Czernowitz gekommen.  Rechts im Bild die Sängerinnen aus Radautz mit ihrem Chorleiter Eduard Mohr.

Obwohl die Staatliche Gebietsverwal­tung Czernowitz den Welttag der Bukowiner und die Oblast-Veranstaltungen infolge des Hochwassers abgesagt hatte, führte die Stadt ihr Festprogramm zum 600. Jahrestag der ersten urkundlichen Erwähnung vom 8. Oktober 1408 in einer Urkunde des moldauischen Fürsten Alexanders des Guten erfolgreich durch

Das reichhaltige und abwechslungsreiche, vielfach sich überlagernde Programm, darunter viele öffentliche Großveranstaltungen, die von der Bevölkerung sehr gut angenommen wurden, umfasste zahlreiche bleiben­de, nachhaltige Ereignisse. So die Errichtung
  des  Denkmals  zum Jubiläum gegenüber der römisch­katholischen Kirche, die Aufstellung eines Gedenksteines  mit einer schwarzen Marmortafel für Kaiser Franz-Josef in Anwesenheit von Karl von Habsburg (Sohn von Dr. Otto von Habsburg) im kleinen Park neben der Jesuitenkirche und vor dem Gebäude des ehemaligen sowjetischen NKVD-Sitzes, sowie die Gedenktafel für den Schriftsteller Karl Emil Franzos an sei­ner ehemaligen  Schule  (Erste Czernowitzer k. k. Obergymnasium), die zu diesem Anlass sehr schön generalüberholt wurde. Überhaupt wurden große Teile der Bausubstanz der Altstadt saniert oder renoviert, so dass sich das Zentrum bei gutem Herbstwetter angenehm präsentierte, darunter auch die Herrengasse, in der noch in der Festwoche letzte Hand angelegt wurde. Die vielen offiziellen Gäste - aus dem Ausland war Öster­reich am besten vertreten -, die für den 4. Oktober ins Stadttheater geladen waren, wo Präsident Juschtschenko eine lobende Rede auf den Bukowiner Geist gehalten und hohe Auszeichnun­gen verliehen hat, werden sicherlich das Anliegen des Bürgermeisteramtes unterstützen, das Altstadtzentrum als Architekturkomplex zum UNESCO-Welterbe zu erklären. Für die Stadt und für die Bewohner, die ja weitge­hend deren frühere Geschichte kaum kennen, waren die Festlichkeiten ein Gewinn. In diesem Sinne ist lobend zu erwähnen, dass eine Reihe Bücher über die Stadt und die Bukowina erschienen sind, einige in mehreren Sprachen, mehrere Museen neu eröff­net oder ausgestaltet wurden sowie eine Sonderprägung (eine 5-Griwen-Münze) mit und für Czernowitz geprägt wurde. Das Jubiläum der alten Lan­deshauptstadt der ungeteilten Bukowi­na sollte und wollte auch Anlass sein für ein Bundestreffen der Buchenland­deutschen in der alten Heimat, auch weil es bereits 2001 ein ähnliches in der Südbukowina (Rumänien) gege­ben hatte. Einen Kurzbericht dazu brachten wir bereits in der Oktober-Ausgabe dieser Zeitung und in dieser Ausgabe erscheint eine Bilderseite von diesem kleinen, aber Verbindun­gen stiftenden Treffen im Deutschen Haus, beim Gottesdienst in der katho­lischen Stadtpfarrkirche und bei den gemeinsamen Führungen durch die Stadt und die Universität, die freundli­cherweise Dr. Peter Rychlo vom Buko­wina-Forschungszentrum der Univer­sität Czernowitz übernommen hatte. Aus Niedersachsen und den ehemali­gen Bundesländern waren 27 Teilneh­mer gekommen, einzelne Landsleute waren mit Pkw und die älteste Teilneh­merin mit dem Flugzeug über Lemberg gekommen. Eine Bereicherung der Begegnungen war die Liedertafel unter Eduard Mohr aus Radautz, die sich die Reise nach Czernowitz mit gespendetem Geld erstmals leisten konnte. Dank gilt auch den Gastge­bern, die den Festsaal des Hauses für das Treffen und die Gäste vorbereitet und bei der Erfüllung von Sonderwün­schen bzw. der Begleitung oder Spu­rensuche der Gäste aus Deutschland geholfen haben.

Stimmen zum gesamten Reisepro­gramm - es wurden außer Czernowitz, Rösch, Molodia, Codru Cosminului, Sadagora und Fontana Alba die Ortschaften Alt- und Neuhütte, Czudin und Storojinetz besucht -, und zu teils überwältigenden Erlebnissen mit den Menschen der alten Heimat werden wir in den nächsten Ausgaben von Teilnehmern bringen, kritische Stim­men werden dabei selbstverständlich nicht fehlen.          

 Luzian Geier  (Der Südostdeutsche Nr. 11, Augsburg, 20. November 2008)                         zurück zum Seitenanfang

Namens  des  Bundesvorstandes begrüße ich Sie herzlich in der ehema­ligen Hauptstadt der Bukowina. Mein Dank gilt den Landsleuten, die sich auf den weiten Weg gemacht haben, um an der Feier zum 600-jährigen Jubi­läum von Czernowitz teilzunehmen. Desgleichen den Landsleuten, die hier beheimatet sind und sich heute mit uns treffen.

Ich bedauere, dass ich nicht persön­lich daran teilnehmen kann. Es tut mir auch  leid, dass das geplante Welttreffen  der  Bukowiner  der Flutkatastrophe zum Opfer fiel. Ich hoffe, dass sich die betroffenen Städte, Dörfer und Landschaften wie­der schnell erholen und die Not der Menschen rasch überwunden wird.

Czernowitz hat sich nach seiner Erhebung zur Hauptstadt der von den Habsburgern   neu   geschaffenen Bukowina aus kleinen Anfängen zu einer politischen, geistigen und kultu­rellen Metropole am Rande des „alten Europas" entwickelt. Das war die Leistung der Menschen, die hier leb­ten und arbeiteten. Insbesondere nach der Errichtung der Universität wurde diese Stadt zu einem europäischen Leuchtturm der Toleranz, des Miteinanders von Religionen, Volksgruppen und des kulturellen Austausches. Sie war auf dem besten Weg, als Binde­glied zwischen dem Westen und Osten Europas zu wirken. Jede Volksgruppe hat sich eingebracht, so auch die Deutschen, die nach mehr als 150 Jahren als Umsiedler zum Spielball der verbrecherischen nationalsoziali­stischen und sowjetkommunistischen Großmachtträumen wurden.
  
Beide Diktaturen sind verschwun­den, die eine nach dem schlimmsten aller   Kriege, die andere wegen Unterdrückung der Völker und der Unzulänglichkeit ihrer Planwirtschaft. Als Spätfolgen dieses geschichtlichen Prozesses kam die Südbukowina mit Rumänien in die EU, findet also wieder Anschluss an das abendländische Europa, der Norden wurde als Teil der Ukraine   aus  der  sowjetischen Umklammerung gelöst, die nun ihren Weg in eine bessere Zukunft sucht. Da die beiden bukowinischen Teile an der Nahtstelle zwischen Ost und West lie­gen, haben sie die Chance, erneut zu einem Bindeglied der Toleranz, des Austausches von Ideen, der religiösen und kulturellen Freiheit, letztlich des friedlichen Zusammenlebens zu wer­den.
   
Wir deutschen Landsleute sollten daher unsere Bindungen an diese Region nicht nostalgisch, sondern als Vermächtnis begreifen, dazu beizutra­gen, dass die Bukowina sich erneut als eine Region versteht, die Europa in seiner Vielfalt widerspiegelt. Dazu gehört nicht allein der wirtschaftliche Austausch, der wichtig ist, um die materiellen Bedürfnisse der Menschen zu befriedigen, sondern auch die Kreativität der verschiedenen Kultu­ren, die in den Volksgruppen wurzeln, die Europa als einen vorbildhaften Teil unserer Welt auszeichnet.

    In diesem Sinne wünsche ich dem Treffen gute Unterhaltung, interessan­te Gespräche und neuen Schwung für „unsere Bukowina".

 
Ewald Zachmann
Bundesvorsitzender der Landsmannschaft der Buchenlanddeutschen e.V.

(Anm. der Red.: Das Grußwort wurde vom  Bundesgeschäftsführer  der Landsmannschaft beim Treffen am 10. Oktober im Deutschen Haus in Czernowitz verlesen.)

(Der Südostdeutsche Nr. 11, Augsburg, 20. November 2008)               

 
 zurück zum Seitenanfang


           
Optimisten braucht auch die Landsmannschaft

       Gedanken im 60. Jahr seit der Gründung des Vereins der Bukowiner Umsiedler
und seit dem Erscheinen dieser Heimatzeitung/Von Luzian Geier

Nach einer Zeit der immer düsterer werdenden Prognosen-Stimmung-Mache vor Jahreswechsel tönt es nun von überall „Optimisten braucht das Land“. Dieser berechtigte Aufruf an alle Schichten unserer Bevölkerung gilt auch für die kleiner, älter und schwächer werdende Gemeinschaft der Buchenlanddeutschen, des Mitgliederbestandes der Landsmannschaft der Bukowiner, des Leser- und Freundeskreises dieser Heimatzeitung.

Es gehört zur guten und begründeten Gepflogenheit dieser Zeitung, zu Jahresbeginn für die Leser Rück- und Ausschau zu halten, vor allem aber Dank zu sagen den treuen Lesern und Freunden, den Spendern und Förderern. Desgleichen um wichtige Anliegen und Überlegungen in der gemeinsamen bzw. der redaktionellen, „eigenen“ Sache vorzubringen.

Die Bukowiner Vereine haben sich im Vorjahr durchwegs aktiv gezeigt. Das weniger große und nicht so gelungene Bundestreffen 2008 der Buchenländer Landsmannschaft kann nicht als Maßstab gelten. Das Jubiläumstreffen 2009 in Unter-Elchingen kann wieder Zeichen der Normalität setzen. Ort und Termin wurden zeitgerecht festgelegt und bekannt gemacht, so dass die Landsleute das Bundestreffen im 60. Jahr seit der Gründung der Landsmannschaft in (West)Deutschland als sichtbares Zeichen und Bekundung der Gemeinschaft gestalten können.

Sechzig Jahre werden es im Herbst seit der Gründung der Vereinigung der Buchenländer Umsiedler in Deutschland. Es war eine Reaktion auf akute Notwendigkeiten einer schwierigen Zeit, wie es sie auch von anderen Vertriebenen- und deutschen Flüchtlingsgruppen aus Ost- und Südosteuropa gab. Sechs Jahrzehnte haben die Mitglieder diese Körperschaft getragen und deren Hilfestellungen sowie „Dienstleistungen“ gern genutzt. Der Verein hat seinen Sinn, müssen wir auch heute feststellen! Die vielfältigen Leistungen, die unzähligen Veranstaltungen (vor allem in der schweren Zeit), das öffentliche Engagement, der Einsatz um die Rechte der Gemeinschaft wie von Einzelnen in den notvollen Jahren können und sollen hier nicht dargelegt werden. Darauf kommen wir im Laufe des Jahres zu verschiedenen Anlässen zurück, so demnächst auf die 40 Jahre seit der Grundsteinlegung (Frühjahr) des Buchenlandheimes in Darmstadt, wo in den zwei Folgejahren der Gründung der Landsmannschaft die ersten großen Pfingst-Bundestreffen (1950 und 1951) stattfanden. Es war das größte Sozialprojekt der Buchenlanddeutschen für die eigene Gemeinschaft in den Nachkriegsjahren in der Bundesrepublik Deutschland.

Zu den großen Leistungen und Erfolgen der Landsmannschaft und ihrer Untergliederungen zählen die unentwegte Pflege der Verbindungen zur alten Heimat und den Menschen dort, über ein halbes Jahrhundert oft ein schwieriges Unterfangen. Nach der Wende in den Ländern hinter dem ehemaligen Eisernen Vorhang vor nun schon fast zwei Jahrzehnten erreichten diese Verbindungen neue Dimensionen und eine andere, gesamteuropäische Qualität.

Die Entwicklung der landsmannschaftlichen Vereine der Bukowiner – ob in Deutschland, Österreich, Israel oder in der alten Heimat – gibt aber auch genügend Anlass zu Sorgen was den längerfristigen Bestand betrifft, einschließlich die Zukunft von Institutionen (Zeitungen mit inbegriffen). In Deutschland und Österreich ist selbst bei geselligen Zusammenkünften schon vielerorts ein Rückgang fest zu stellen. Vor allem fehlt die mittlere Generation und die der jungen Rentner. Dabei ist gewiss, dass die Landsmannschaft(en) noch nicht „ausgedient“ hat (haben). Bedarf und Berechtigung werden nicht nur dadurch bestätigt, dass immer noch nach Auskünften und Urkunden gesucht wird und sehr viele Anfragen zu Familienforschung eingehen. Gerade die Bukowiner Spätaussiedler, die sich vielfach von den landsmannschaftlichen Veranstaltungen und der Mitgliedschaft gelöst haben, werden mit ihren neuen Problemen zur Rentenbestimmung in der größeren, erweiterten EU wieder Hilfe brauchen. Ebenso sind die sonstigen Sozialaufgaben hierzulande und in der alten Heimat nicht obsolet         
                                                                                                                    zurück zum Seitenanfang

  60 Jahre Heimatblatt "Der Südostdeutsche"

Am 9. Oktober 1949 fand in München das erste große Nachkriegstreffen von Umsiedlern aus der Bukowina statt. Der Mitveranstalter, der evangelische Superintendent Edgar Müller, schrieb dazu in der ersten Ausgabe des Mitteilungsblattes des neue gegründeten Vereines unter anderem, dass es eine öffentliche Kundgebung war, „wie wir sie noch nicht erlebt hatten“. Das „Mitteilungsblatt“ - so der anfängliche Name der Zeitung - führte die Argumentation für die Gründung zu diesem Zeitpunkt und als Notwendigkeit durch Worte des zweiten Mitveranstalters, den katholischen Pfarrer Kurt Bensch, an. Er erinnerte an ein Zitat aus der Heiligen Schrift, wo es steht „Wehe dem, der allein steht! Denn wenn er fällt, hat er keinen, der ihn aufrichtet!“ Der tiefere Sinn ist sowohl für die größere als auch kleinere Gemeinschaft unserer Tage ebenso gültig. Wie damals ging es darum, wieder Mut zu fassen, Optimismus war gefragt!

Über die losen Rundschreiben aus der Zeit der ersten zugelassenen Nachkriegs-Zusammenschlüsse  der Buchenländer, den kirchlichen Hilfswerken, und über das erwähnte Mitteilungsblatt erwuchs mit der ersten Ausgabe für das Jahr 1950 die Heimatzeitung, zuerst „Buchenland“ genannt, dann kurze Zeit „Südost-Echo“ und seit 1953 und bis heute „Der Südostdeutsche“. Die Zeit der höchsten Auflage und des zweimaligen Erscheinens pro Monat ist schon lange vorbei. Aber es gibt heute noch einen Bedarf trotz des riesigen Angebots im täglichen Zeitungswald. Ein treuer Leserkreis fühlt sich der Zeitung eng verbunden, diese Leser wollen die Monatsschrift nicht missen und schätzen sie als das wichtigste Band, das es heute zwischen Buchenlanddeutschen gibt. Und so lange es diesen Bedarf gibt, wollen Schriftleiter, Landsmannschaft und Bukowina-Institut die Zeitung weiter herausbringen, obwohl auch mit diesem Jahreswechsel die Zahl der Bezieher in Deutschland, Österreich und Übersee wieder etwas zurück gegangen ist. Es gibt nun in der Bundesrepublik keine Tausend Zeitungsabonnenten mehr.

In eigener Sache muss die Redaktion an die Leser und die Vorstände der Gliederungen der Landsmannschaft appellieren, sich an der informativen und vielseitigen Gestaltung der Zeitung zu beteiligen, mit zu helfen, selbst zu schreiben (möglichst als Mailanhänge oder CD) oder einfach anzurufen. Das gilt besonders für die viel und aufmerksam gelesene Glückwunsch-Rubrik, die von der Redaktion allein befriedigend nicht redigiert werden kann. Das trifft auch auf die Rubrik „Unsere Toten“ zu oder auf die Berichte über Jubilare, die weitgehend auf Zufällen beruhen. Der journalistische Idealfall, dass der Redakteur die Jubilare besucht, bei Festlichkeiten dabei sein kann, hat es bei dieser Zeitung aus finanziellen und Personalgründen nie gegeben.

Der Schriftleiter bittet an dieser Stelle nochmals, in allen Angelegenheiten und Anliegen sich nur an ihn zu wenden, weil es sich um einen Ein-Mann-Betrieb handelt, bei Anrufen die Direktnummer 0821-5893028 zu wählen (möglichst nach Mittag) oder das
Fax 08 21-58 26 07.                           

"Der Südostdeutsche", 20.01.2009
                                                                                                                                  zurück zum Seitenanfang   

Bukowiner Bundestreffen und Gedenkfeier 

Kulturtagung und Festredner würdigten die Leistungen der Landsmannschaft  

Das 59. Bundestreffen der Landsmannschaft der Buchenlanddeutschen fand im Juni in Unterelchingen statt, zum fünften Mal in diesem Ort, wo Sozialreferent Franz Vorreiter, sein Team und seine Familie wieder gute organisatorische Arbeit geleistet haben (siehe Pressebericht auf Seite 7). Es war zugleich Gedenkfeier zum 60. Jahrestag der Gründung der Landsmannschaft, (Oktober 1949) für die Umsiedler aus der Bukowina.

Obwohl die Zahl der Teilnehmer auch in diesem Jahr wieder zurück gegangen ist, war es ein gelungenes Fest des Gedenkens an die großen Kultur- und Sozialleistungen der Landsmannschaft über sechs Jahrzehnte, eine Begegnung im Sinne eines Heimattages und des Dialogs einer Gemeinschaft, die über ein halbes Jahrhundert in Deutschland höchste Integrationsbereitschaft und -leistungen aufzeigen kann. Vor den versammelten Landsleuten und den Gästen konnte Bilanz gezogen werden über die Vielfalt an Aktivitäten für diese Gruppe wie auch Überlegungen angestellt werden für die künftige Arbeit. Es waren zwei schöne und harmonische Tage des Zusammenseins, auch noch nach fast 70 Jahren seit der Umsiedlung. Schon vor der offiziellen Eröffnung durch den Bundesvorsitzenden Ewald Zachmann wurde von den Teilnehmern freudiges Wiedersehen gefeiert, die Landsleute waren aus allen Gebieten der Bundesrepublik gekommen, von Niedersachsen über Hessen, Rheinland/Pfalz-Saar, Baden-Württemberg, den neuen Bundesländern (Bitterfeld und Umgebung) sowie Bayern. Zachmann konnte auch bei diesem Treffen geschätzte Ehrengäste begrüßen, so den Alt-Bezirkstagspräsidenten Dr. Georg Simnacher, den jetzigen „Paten" und Förderer des Verbandes, Dr. Jürgen Reichert, Präsident des Bezirkstags von bayerisch Schwaben, den Stellvertretenden Landrat Dieter Wegerer, der auch Grüße des Landrats Erich Gassner übermittelte, den neuen und sehr interessierten 1. Elchinger Bürgermeister Joachim Eisenkolb und seinen Stellvertreter Armin Menz, dann als langjährigen Gast und Freund Joachim Wendt, Stellvertretender Landesvorsitzender des BdV in Baden-Württemberg. Begeistert aufgenommen wurde das Grußwort, das von Zachmann verlesen wurde, das Dr. Otto von Habsburg, zweifacher Träger der Ehrennadel in Gold dieser Landsmannschaft, an seine „Landsleute" geschickt hatte (siehe Text in der Juni-Ausgabe). Der 2. Bürgermeister Menz war zum fünften Mal dabei und begrüßte im Namen der Gemeinde Elchingen, die gerne Gastgeber der Buchenländer Treffen ist, und lud zum Wiederkommen ein. Samstag überbrachte auch Joachim Wendt Grußworte seinerseits wie auch seitens der beiden BdV-Landesvorsitzenden von Baden-Württemberg und Bayern. Er verwies auch auf die gute Zusammenarbeit der Bukowiner mit dem BdV, dem in diesem Bundesland 21 Landsmannschaften angehören. Der Bundesvorsitzende Zachmann begrüßte auch die Tanz- und Trachtengruppe aus Stuttgart-Büsnau sowie die Singgemeinschaft „Buchenland" aus Salzgitter besonders, die das Kulturprogramm mitgestalteten und viel Beifall erzielten. Dank ging an die Egerländer Beer-Kapelle aus Elchingen und Helmut Jaschusch, die den musikalischen Teil bestritten. Zachmann nahm auch die Totenehrung vor und verwies besonders auf den Verlust von verdienten Amtsträgern des Vereins in letzter Zeit: Erwin Misakewicz, lange Jahre Bundessozialreferent, Stellvertretender Bundesvorsitzender und Bezirksvorsitzender Ulm, sowie des Gründers und langjährigen Ortsvorsitzenden in Nienhagen, Wilfried Josef Weber.

SOD - Augsburg, 20. Juli 2009                         
                                                                                                         zurück zum Seitenanfang    

                                                                               

Zusammenhalt der Buchenländer fördern, Werbung verstärken
In gemeinsamer und eigener Sache l Gedanken zum Jahreswechsel

Die Zeit der Besinnlichkeit, der Ruhe, Entspannung und des Feierns ist fast schon vergessen, der Alltag mit seinen Freuden und Sorgen hat die meisten Menschen wieder voll im Griff. Für unsere Gemeinschaft der Leser, Freunde und Förderer dieser Zeitung, für den Kreis um die Lands­mannschaft der Buchenlanddeutschen ist es üblich, in der ersten Ausgabe des neuen Jahres eine kurze Rückschau zu halten, vor allem aber ins neue Jahr zu blicken und erfragen, was es den Lesern bzw. der Gemeinschaft der Buchenländer verspricht. Aber auch auf Anliegen in Sachen der Redaktion, der Lands­mannschaft und der Bukowina soll eingegangen werden.

Für die große Familie der Bukowinadeutschen war das vergangene Jahr ein zufriedenstellendes, es gab für den Bundesverband und viele Untergliederungen erfreuliche und schöne Momente des Zusammen­seins und der Gemeinsamkeiten, die uns verbinden. Das Bundestreffen im 60. Jahr der Gründung der Lands­mannschaft der Umsiedler aus der Bukowina - so der ursprüngliche Vereinsnamen - in Unterelchingen war ein sehr harmonisches und gut gelungenes. Dafür wurde der Familie Vorreiter, allen Helfern, der Gemein­de und den mitwirkenden Kulturgruppen bereits gedankt. Vergelt's Gott nochmals auch an dieser Stelle und zum Eintritt ins neue Jahr.

Die traditionellen Veranstaltungen, von Frühjahrstreffen bis Kathrein, Advent und Weihnachtsfeiern bis zu Stammtischen gab es weiterhin, es wird auch im neuen Jahr ein vielfälti­ges Angebot an Brauchtums- und kulturellen Begegnungen in den ein­zelnen regionalen Verbänden gebo­ten. Leider ist der Rückgang der Teil­nehmer bzw. Mitglieder kaum aufzu­halten. Schon für Februar lädt der Verein in Salzgitter-Lebenstedt ein. Das Bundestreffen soll im 70. Jahr nach der Umsiedlung der Buchenlanddeutschen am Wochenende nach Pfingsten stattfinden, als traditionelle Studienreise will das Bukowi­na-Institut in diesem Jahr eine Son­derreise auf einer neuen Route in die Ukraine anbieten mit Kiew, der Krim, Jalta, Odessa und selbstverständlich Czernowitz im Programm. Wichtig­stes soziales Anliegen ist im neuen Jahr die Umwandlung des einzigen Buchenländer Seniorenheimes in Darmstadt, ein Gemeinschaftswerk der Landsleute, in eine Stiftung zwecks Erhalt des Heimes im Sinne der Gründer auch künftig hin.

Im- Unterschied zu den jüngeren landsmannschaftlichen Verbänden in der Bundesrepublik, wo Probleme der  Integration Im Vordergrund stehen oder bei anderen Fragen der Entschädigung, sind für den Verband der Bukowiner die kulturellen und sozialen Aktivitäten Hauptanliegen, die Pflege des Gemeinschaftsgeistes, die Identitätsförderung, die Aufarbeitung der Vergangenheit, neuestens immer mehr die Suche nach den Wurzeln und Pflege der Beziehungen zu den Menschen in der „alten" Heimat sowie zu den Bukowinern in aller Welt. In Zusammenarbeit mit den befreundeten Körperschaften soll weiter versucht werden, der jüngeren Generation das Wissen über die alte und neue Bukowiner Gemeinschaft zu vermitteln. Dafür kommt es auch künftig auf jeden Einzelnen an, weil die Zahl der Zeitzeugen inzwischen stark zurück gegangen ist. Guter Zusammenhalt und Solidarität sind in diesem Jahr weiterhin gefragt, um die Zielsetzungen zu bewältigen. Und mehr Werbung ist in alle Richtungen zu machen, für den Verein, die Zei­tung, das Institut, das Seniorenheim und das Hilfswerk Schwaben-Buko­wina, denn es gibt noch viele Lands­leute, die deren Tätigkeit und diese Ziele nicht kennen.

In diesem Sinne wünschen wir allen Freunden, Helfern und Mitstrei­tern viel Glück, Erfolge und Zufriedenheit.             

Luzian Geier   - Der Südostdeutsche Nr. 1 vom 20.01.2010 -

                                                                                                                           
 zurück zum Seitenanfang