Bukowina im Zweiten Weltkrieg

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Die Bukowina im Zweiten Weltkrieg


Nach Abschluss eines Nichtangriffspaktes mit der Sowjetunion (23.08.1939) begann mit dem Überfall Deutschlands auf Polen am 1. September 1939 der Zweite Weltkrieg. Am 17. September 1939 überschritten sowjetische Militärverbände die polnische Ostgrenze. Im Gefolge wurde Polen zwischen Deutschland und der Sowjetunion geteilt. Gemäß dem deutsch-russischen Abkommen vom 22. September 1939 fiel ganz Ostgalizien bis zum San in die sowjetische Interessensphäre, was den Druck auf  Rumänien erhöhte. Der am 26. Juni 1940 von den Sowjets gestellten Forderung auf Abtretung Bessarabiens und der Nordbukowina binnen vier Tagen mussten die Rumänen – situationsbedingt – kampflos zustimmen, da weder England noch Frankreich ihre seinerzeit im Rahmen der „Kleinen Entente“ abgegebenen Grenzgarantien einlösen wollten.  Auch ein an Deutschland gerichtetes Hilfsersuchen brachte nichts weiter ein, als den Rat Berlins zur Annahme des Ultimatums. Zwar betrachtete Deutschland die Nordbukowina als zur deutschen Interessensphäre gehörend, doch beabsichtigte man damals noch nicht, sich mit den Sowjets zu
überwerfen. 

Die Besetzung der Nordbukowina durch die Sowjetunion war der Anlass für die im Rahmen des Molotow-Ribbentrop-Abkommens ausgehandelte Umsiedlung der Buchenlanddeutschen in das damalige Deutsche Reich. Es war außerdem festgelegt, dass die Umsiedlung von Beauftragten der Reichsregierung im Einvernehmen mit den dafür zuständigen Vertretern der Sowjets durchgeführt wird und dass dabei die Vermögensrechte des für die Umsiedlung registrierten Personenkreises gewahrt werden sollen. Dieselben Verpflichtungen übernahm die Reichsregierung  für in diesem Gebiete ansässige Personen ukrainischer oder weißruthenischer Nationalität. Nach einem zweiten Abkommen mit Rumänien wurden drei Monate später die Deutschen aus der Sündbukowina umgesiedelt.

In der Hoffnung, die verlorenen Gebiete zurückzugewinnen,  schloss sich Rumänien 1941 dem Angriff der Achsenmächte gegen die Sowjets an. Vom 28.06.1941 bis zum 23.08.1944 befand sich die gesamte Bukowina wieder in rumänischer Hand. Nach der Kapitulation vom 23. August 1944 mussten die Rumänen auf die nördliche Hälfte der Bukowina verzichten. Dieses Gebiet mit der Hauptstadt Czernowitz wurde Teil der sowjet-ukrainischen Republik.  Bereits 1940 wurden aus der rumänisch-sowjetischen Grenzzone Teile der jüdischen Bevölkerung zwangsdeportiert. Im Verlauf des deutsch-sowjetischen Krieges, in dem sich Rumänien Deutschland angeschlossen hatte, wurde der jüdische Bevölkerungsanteil der Bukowina besonders stark dezimiert.  Erinnert sei an die im weiteren Verlauf des Krieges stattgefundenen Erschießungen und Deportationen nach Transnistrien (ein Gebiet jenseits des Dnisters, dass am 1. September 1941 in rumänischen Besitz gelangt war) sowie die Deportationen nach Sibirien, die von der jüdischen Bevölkerung der Bukowina einen besonders hohen Blutzoll gefordert haben.     

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