Francisco-Josephina-Universität Czernowitz

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Die Czernowitzer „Francisco-Josephina“ – Universität


Am 4. Oktober 1875 wurde die östlichste – bis 1918 deutschsprachige – Universität, die „Francisco-Josephina“ feierlich eröffnet, mit den Fakultäten Jurisprudenz, Philosophie und Griechisch-Orthodoxe Theologie. Bei der Entscheidung für die Stadt Czernowitz war die politische Gesamtsituation maßgebend in der sich der Vielvölkerstaat der Habsburger Monarchie befand. Es erscheint nachvollziehbar, dass die österreichische Regierung mit dem Entschluss zu Gunsten einer deutschsprachigen Universität in der Bukowina bestrebt war, das seinerzeitige Nationalbewusstsein der Völker in geordneten Bahnen zu kanalisieren. Die deutsche Kultur sollte die nichtdeutschen Ethnien der Bukowina einen und – in positivem Sinne – an Österreich binden. Zum ersten Rektor wurde der Jurist Dr. Constantin Tomaszczuk, Sohn eines ukrainischen Vaters und einer rumänischen Mutter, gewählt. An den beiden weltlichen Fakultäten wurden die deutsche Vortragssprache und die neu geschaffenen Lehrkanzeln für die rumänische und ruthenische (ukrainische) Sprache und Literatur gesetzlich festgelegt. An der Theologischen Fakultät wurden für die Lehrkanzeln für praktische Theologie die rumänische und die ruthenische (ukrainische) Unterrichtssprache zugelassen. Für die Ukrainer, deren Schriftsprache im damaligen Russland verboten war und die in Russland und Galizien unterdrückt wurden, war diese Universität von besonderer Bedeutung. 

Aufgrund der Ausrichtung nach westlichem Muster, den auch international bekannten, qualifizierten Professoren und der deutschen Vortragssprache, bildete die Universität und hier vor allem die orthodoxe Theologische Fakultät einen Anziehungspunkt für das benachbarte Ausland und genoss – weit über die Monarchie hinaus – hohes Ansehen.

Vielen orthodoxen Ländern und deren Kirchen und Theologen diente die Czernowitzer Universität als Beispiel zum Aufbau eigener Strukturen.   

 

Der heutige Hauptbereich der Universität ist in der ehemaligen prächtigen Residenz der Orthodoxen Metropoliten untergebracht (erbaut 1864-1875) Foto: Alfred Wanza  (2012)


„Francisco-Josephina“– Universität Cernowitz Foto: Alfred Wanza  (2008)
 

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