Schulpolitik bis 1918

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Einige Worte zur Schulpolitik der Bukowina


General von Enzenberg sorgte aufgrund der österreichischen Schulordnung des Jahres 1774 dafür, dass bereits im Jahre 1784 die ersten Normalschulen in Czernowitz und Suczawa und im darauf folgenden Jahre 1785 auch die ersten Bezirksschulen in der Bukowina vorhanden waren. Am 16. Dezember 1808 wurde in Czernowitz das erste Gymnasium eröffnet. 1827 entstanden in der Stadt anstelle der vorherigen, im Jahre 1789  von Suczawa nach Czernowitz verlegten Priesterschule, die neue „Theologische Lehranstalt“ und das Klerikalseminar, die später als Theologische Fakultät der Czernowitzer Universität eingegliedert wurden.

Hauptsächlich ab 1860 wurden weitere Gymnasien und Realschulen eröffnet. 1870 folgte in Czernowitz die Errichtung einer staatlichen Lehrer- und Lehrerinnen-Bildungsanstalt und 1873 die Eröffnung einer Staatsgewerbeschule. Mittelschulen und Ackerbauschulen komplettierten das Bild.

An dieser Stelle muss auch der Musikschule des „Vereins zur Förderung der Tonkunst in der Bukowina“ gedacht werden, die im Jahre 1862 in Czernowitz gegründet wurde. Diese Lehranstalt, die für das Musikleben in diesem Lande von größter Bedeutung war und aus der zahlreiche Musiker hervorgingen, erreichte unter der Direktion Adalbert Hrimaly´s Höchstleistungen auf dem Gebiete der Musikerziehung und der künstlerischen Produktionen, sodass sie zu den besten musikalischen Ausbildungsstätten Österreichs gezählt werden konnte.” (8) S. 306

Der Wendepunkt für eine zügigere Entwicklung des Volksschulwesens kam erst nach der Loslösung der Bukowina von Galizien und dank neuer Gesetzgebung im Schulsektor. Moses Fuhrmann, jüdischer Lehrer aus dem Czernowitzer Ortsteil Sadagora hat in seinem „Schematismus der Bukowiner Volksschulen und Lehrer pro 1904“  1.400 Volksschullehrer namentlich erfasst. Dort ist ersichtlich, dass die Lehrerschaft – den  Bevölkerungsanteilen entsprechend – aus den Reihen aller Nationalitäten kam. (13) Band I sh. S. 46 – 118 –

Zu Beginn des Ersten Weltkrieges existierten in der Bukowina 488 Volksschulen. Für die Schüler war das Erlernen Ihrer Muttersprache sowie der deutschen Sprache Pflicht. In ethnisch gemischten Gemeinden wurde in allen drei Hauptsprachen (Deutsch, Rumänisch, Ukrainisch) unterrichtet. Die Amtssprache und die Umgangssprache zwischen den Minderheiten des Landes war Deutsch.

 

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