Umsiedlung der Buchenlanddeutschen

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Die Umsiedlung der Buchenlanddeutschen aus der Bukowina


“95.770 Personen sind im Jahre 1940 aus der Bukowina umgesiedelt worden. Nach der amtlichen Volkszählung aus dem Jahre 1930 hatte es aber nur 75.533 Deutsche dort gegeben. Wo kamen also die restlichen 20.000 her?  Die mit der Sowjetunion für die Nordbukowina und mit Rumänien für die Südbukowina geschlossenen Umsiedlungsverträge vom 5. September bzw. 22. Oktober 1940 sahen vor, dass auch Deutschstämmige, sofern mindestens ein Großelternteil sich zum deutschen Volkstum bekannt hat, umgesiedelt werden mussten, wenn sie den Wunsch dazu äußerten. Von dieser Bestimmung machten insbesondere in der sowjetischen Nordbukowina viele Personen Gebrauch, meistens, um der Drangsalierung durch die russischen Kommunisten zu entkommen. Hauptsächlich aus Czernowitz, wo es noch unter Österreich zahlreiche Mischehen gegeben hat, kamen diese Auswanderer. Rechnet man die 7.000 anerkannten Deutschen, die in der Südbukowina zurückgeblieben sind und dann 1944, nach der Kapitulation Rumäniens,  über Siebenbürgen nach Deutschland und Österreich geflohen sind, hinzu, dann waren es über 100.000 Deutsche und Deutschstämmige, die als Folge der Ereignisse während des Zweiten Weltkrieges die Bukowina verlassen haben. Nicht enthalten sind in dieser Zahl zahlreiche rumänische, ukrainische, polnische und jüdische Emigranten, die in Europa, Israel und in Übersee eine neue Heimat gefunden haben. Die Umsiedlung, vom Deutschen Volksrat gut vorbereitet, erstreckte sich in der Nordbukowina über einen Zeitraum von drei Monaten. Eine aus Deutschland eingereiste Umsiedlungskommission leitete das Unternehmen und sorgte dafür, dass alles pünktlich abrollte. Nur 50 kg Gepäck durfte jeder Umsiedler (43.641 Personen) mitnehmen, alles andere Vermögen blieb der Verrechnung zwischen den Regierungen in Berlin und Moskau vorbehalten.” (17) S. 47 u. 48

“Anders als in der nördlichen Bukowina vollzog sich die Umsiedlung in der Südbukowina (52.129 Personen), denn im damaligen Königreich Rumänien herrschte weitgehend Freizügigkeit. Ein direkter Zwang zur Umsiedlung war nicht gegeben. Auschlaggebend war das Argument, dass sich nach Ausfall der Nordbukowina mit der Hauptstadt Czernowitz ein Teil der deutschen Volksgruppe ohne den anderen nicht hätte halten können. Die Entscheidung fiel in Berlin. Die Ausfuhr von persönlichem Gut unterlag nicht annähernd den Beschränkungen, die für die Nordbukowina gültig waren.” (17) sh. S. 118-119

“Die deutschen Umsiedler kamen nach Deutschland in vorbereitete Lager, von wo aus sie nach und nach, teils als Bauern, teils als Gewerbetreibende und Angestellte in den Ostgebieten provisorisch ansässig gemacht wurden und von wo sie dann 1945 zusammen mit den anderen Vertriebenen geflohen sind. Ein Teil von ihnen aber, in der Hauptsache Handwerker, kam in die “Hermann-Göring-Werke” nach Salzgitter-Lebenstedt, wo es so gut wie keine einheimische Bevölkerung gab. Sie waren dort die Aufbaupioniere dieser mittlerweile großen Stadt, noch ehe sich darin auch andere Vertriebene und Einheimische niedergelassen haben. Die meisten Männer aber mussten zur Wehrmacht einrücken. Viele von ihnen sind aus dem Krieg nicht mehr zurückgekehrt.” (17) S. 48 – In den Kriegswirren wurden auch Buchenländer aufgrund ihrer Herkunft in Arbeitslager nach Sibirien deportiert oder zwangsweise nach Rumänien zurückgeschickt, wo sie nicht mehr in ihre Häuser konnten und auch nicht mehr willkommen waren.

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