Erinnerungen an Alfred Wenzel

Alfred Wenzel, 2018 verstorben

Ein Buchenländer Urgestein. Alfred Wenzel wurde am 2. Oktober 1933 in Dorna-Watra geboren. Am 6. Dezember 1940 wurde seine Familie umgesiedelt und im Mai 1941 in Graz eingebürgert. Am 8. Februar 1942 wurde die Familie in Kosten/Warthegau angesiedelt. Mit der großen Fluchtwelle musste er und seine Familie bereits drei Jahre später Richtung Deutschland flüchten. In Salzgitter fand seine Familie, gemeinsam mit anderen Buchenländern, eine neue Heimat. In Salzgitter-Lebenstedt, wo Bukowiner Familien im Verbund mit mehreren Landsleuten lebten, boten sich mannigfaltigere Möglichkeiten hinsichtlich der Pflege und Bewahrung der Bukowiner Sitten, Gebräuche und Lebensart.  

Alfred Wenzel besuchte in Salzgitter das Gymnasium und machte eine kaufmännische Lehre. Aufgrund seiner Ausbildung und seinem Einsatzwillen wurde er eines Tages Personalleiter in einer großen Lebensmittelkette. Der Umgang mit Menschen, ob in der Landsmannschaft, in der Politik oder im Beruf, war sein Steckenpferd. Seine ruhige und besonnene Art sowie seine menschliche Güte förderten diese Eigenschaften. Eines Tages  wurde er in den Ortsrat und  in den Rat der Stadt gewählt, wo er mehrere Jahre tätig war. Dadurch hatte er immer wieder die Möglichkeit, notleidenden Menschen, vor allem Spätaussiedlern, bei der Eingliederung zu helfen. Hierzu gehörte zum Beispiel die Unterstützung bei Wohnungs- und Arbeitssuche sowie bei behördlichen Angelegenheiten. Für seine Verdienste bekam er das Bundesverdienstkreuz am Bande verliehen. Am 7. August 2015 erhielt er für die Zusammenarbeit mit dem Demokratischen Forum der Deutschen in Rumänien, Regionalforum Buchenland,  ein Diplom als Ehrung. Er war Stellvertretender Bundesvorsitzender der Landsmannschaft der Buchenlanddeutschen in Deutschland und Landesvorsitzender der Landsmannschaft in Niedersachsen. Mit großem Engagement war er im Bezirksverband Salzgitter als Pressereferent tätig. Ebenfalls war er Mitglied der Singgemeinschaft Salzgitter-Lebenstedt und Vorsitzender des Männerwerkes in der St. Joseph-Gemeinde. Zu seinem Hobby zählte die Werbetätigkeit von neuen Mitgliedern in der Landsmannschaft und von Lesern der Südostdeutschen Zeitung.      

Unzählige Reisen organisierte Alfred Wenzel als Vorsitzender des niedersächsischen Landesverband der „Landsmannschaft der Buchenlanddeutschen (Bukowina) e. V.“.  Er besuchte mehrfach seine alte Heimat und pflegte gute Kontakte zu dort lebenden deutschen und rumänischen Freunden. Er lebte bis zum Schluss mit seiner Frau zusammen mit seinen Geschwistern im elterlichen Haus.

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